Lösung

Das OLG München gab dem Bieter Recht.

Bemerkenswert ist, dass das Gericht hierzu ausführte, dass das Erkennen und Ausnutzen von Unstimmigkeiten im Leistungsverzeichnis zwar zu einem Wettbewerbsvorteil bei der Kalkulation führen könne, diese Möglichkeit bestünde jedoch für jeden Beteiligten und rechtfertigt grundsätzlich nicht den Ausschluss des Bieters wegen Unzuverlässigkeit.

Außerdem sei der Bieter grundsätzlich nicht verpflichtet, auf Fehler im Leistungsverzeichnis hinzuweisen. Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn eine derartige Hinweispflicht in den Bewerbungsbedingungen festgehalten sei. Da dies vorliegend nicht der Fall sei, sei die Ausschreibung auch nicht aufzuheben, weil die Massenabweichungen so gering seien, dass eine Aufhebung der gesamten Ausschreibung durch diese Massenabweichungen nicht gerechtfertigt sei.